Geschichte


Die allerersten Pläne zur Abschirmung der Zuiderzee gab es bereits im 17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit waren jedoch sowohl das Wissen als auch die Technologie noch nicht ausreichend entwickelt. 1891 entwickelte der junge Ingenieur Lely seine ersten realisierbaren Pläne für den Afsluitdijk. In seiner Funktion als Minister für Öffentlichkeitsarbeit stellte er 1913 sicher, dass das Projekt Teil der Tagesordnung des Kabinetts wurde. Das Kabinett entschied sich jedoch dafür, die Entscheidung auf unbestimmte Zeit zu vertagen.

Fahrt aufnehmen         

Die Zeiten änderten sich: Während des Ersten Weltkrieges litten viele Menschen unter Hunger, was in einer höheren Nachfrage an der Selbstversorgung resultierte. Mehr fruchtbares Land war erforderlich. Lelys Pläne zur Rückgewinnung des Landes konnten hierfür genutzt werden. 1916 endete dies jedoch in einer Katastrophe. Eine Überschwemmung suchte das Gebiet rund um die Zuiderzee heim, Menschen starben oder wurden verletzt, tausende verloren ihre Heimat und der wirtschaftliche Schaden war enorm. Es musste etwas geschehen. Von diesem Zeitpunkt an, gewann der Deichbau an der Zuiderzee an Fahrt. Bereits 1917 reichte Lely seine Pläne für den Abschlussdeich ein, das Parlament bewilligte sie jedoch erst im Jahre 1918.


Dr. Ir. Cornelis Lely

Afsluitdijk_Lely Viele kennen ihn von der Statur auf dem Denkmal auf dem Abschlussdeich: Cornelis Lely. Cornelis Lely (Amsterdam, 23. September 1854 – Den Haag, 22. Januar 1929) war ein niederländischer Ingenieur, Hydraulik-Ingenieur, Minister, Gouverneur und Politiker. Er ist der Vater des Zuiderzee-Projekts. 1891 entwickelte der junge Ingenieur Lely die ersten realisierbaren Pläne für den Abschlussdeich. In seiner Funktion als Minister für Öffentlichkeitsarbeit stellte er 1913 sicher, dass das Projekt Teil der Tagesordnung des Kabinetts wurde. Lely starb 1929 im Alter von 74 Jahren. Er hat den fertiggestellten Abschlussdeich nie gesehen.


Der Bau des Abschlussdeichs beginnt

1920 begannen die ersten Arbeiten am Abschlussdeich. Aufgrund einer – durch schlechtere wirtschaftliche Umstände entstandene – Unterbrechung, wurden die Arbeiten 1925 ausgebremst. Tausende Menschen arbeiteten hart am Bau des Deichs. Die Steinarbeiter kamen von überall, da die Arbeit sehr gut bezahlt wurde. Es war ein großer Triumpf: ein mehr als 30 Kilometer langer Deich inmitten des Meers. 1932 wurde das letzte Loch des Abschlussdeichs endlich geschlossen. Das war ein wundervoller Moment, aber nicht für alle.

Ganze Dörfer waren von der Fischerei in der Zuiderzee abhängig. Der Abschlussdeich stellte sicher, dass sich das Salz- in Süßwasser umwandelte. Die Fischerei lohnte sich nicht mehr. Fischer erhielten Entschädigungen von der Regierung, der Nachteil war jedoch, dass viele ihre Jobs verloren und sich nach einem anderen Handel umsehen mussten.

Gefangen von der Zeit

Mittlerweile arbeitet der Abschlussdeich bereits seit mehr als 80 Jahren. Während dieser Zeit hat er seine wasserwehrende und wirtschaftliche Funktion bewiesen. Der Deich hat die Niederlande sicherer gemacht und es uns ermöglicht mehr Land zurückzufordern. Kurzum: in den Jahren ist viel geschehen und vieles hat sich geändert, Die Schleusen sind überholt und bedürfen einer Stabilisierung. Der Klimawandel macht es schwieriger das fließende Meerwasser abzuhalten und überschüssiges Wasser aus dem IJsselmeer abschließen zu lassen. Dies stellt eine Gefährdung der Sicherheit her. Die Zeit hat den Deich, über den in der Vergangenheit viel gesprochen wurde, eingeholt. Mit dem nötigen Respekt vor seinem ikonischen Wert und seiner Geschichte, wird der Abschlussdeich einen Facelift bekommen.

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